30.09.-02.10.2026, HFBK Hamburg
Call for Action
Wo gesellschaftliche Gewissheiten brüchig werden, kommt es auf Wissensformen an, die Komplexität lesbar machen, Urteilskraft schärfen und Debatten offenhalten. Die Medienwissenschaft verfügt über solche Kompetenzen. Sie analysiert mediale Ordnungen, beschreibt technologische und kulturelle Umbrüche, kritisiert Machtverhältnisse und trägt dazu bei, demokratische Öffentlichkeiten differenziert zu verstehen und mitzugestalten.
Unter dem Titel „Solidität“ möchte die Jahrestagung 2026 der Fachgesellschaft für Medienwissenschaft die Stärke und Relevanz des Fachs sichtbar machen: seine analytische Präzision, seine Theoriestärke, seine Kritikfähigkeit, seine gesellschaftliche Wirksamkeit und seine solidarische Praxis. Gerade in Zeiten von geopolitischen Krisen, institutionellen Kürzungswellen und der Einhegung demokratischer Diskursräume durch autoritäre Strukturen gilt es, sich zu vergewissern und nach außen zu vertreten, was die Medienwissenschaft kann und warum sie unverzichtbar ist.
Mit dem Begriff der Solidität möchten wir die institutionellen Strukturen, kooperativen Arbeitsformen, materiellen Voraussetzungen und medienökologischen Zusammenhänge adressieren, die die Medienwissenschaft tragen. Solidität bezeichnet keine Essenz und auch keine Einigkeit, sondern eine Tragfähigkeit, in der Verlässlichkeit, Differenzierung und Handlungsfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen und in Anbetracht unterschiedlicher Positionierungen erhalten bleiben.
Die Tagung verzichtet bewusst auf Einzelvorträge und thematische Panels, um jene kollektiven Arbeitszusammenhänge in den Mittelpunkt zu rücken, in denen die fachliche und institutionelle Solidität der Medienwissenschaft sichtbar wird. Im Zentrum stehen Konstellationen, die das Profil der Fachgesellschaft in besonderer Weise prägen: ihre AGs, Kommissionen, Foren, Gremien und Initiativen. Wir laden alle Mitglieder herzlich ein, sich an der Gestaltung der Jahrestagung zu beteiligen. Dies soll vor allem aus den genannten Arbeitsverbünden heraus passieren. Daher bitten wir alle AGs, Kommissionen, Foren und sonstigen Gruppierungen, uns bis zum 17.04.2026 mitzuteilen, ob sie grundsätzlich mit einem Slot vertreten sein möchten. Die inhaltliche Ausarbeitung und Festlegung auf Format und Inhalt durch die Arbeitsverbünde soll dann bis zum 15.06.2026 erfolgen. Mitglieder der Fachgesellschaft, die (noch) nicht in die bestehenden Arbeitsverbünde integriert sind, können sich ebenfalls gerne mit Gestaltungsideen an uns wenden, damit wir geteilte Interessen identifizieren und Kontakte herstellen können.
Wir freuen uns auf Beiträge, die die Vielfalt, öffentliche Relevanz und solidarische Praxis der Medienwissenschaft sichtbar machen. Weitere Hinweise zum Programm folgen im Mai.
Daten im Überblick
bis 17.04.2026: Interessensbekundungen durch AGs, Kommissionen, Foren etc. für kollaborative Formate an jahrestagung [at] gfmedienwissenschaft.de
bis 15.06.2026: Ausarbeitung der Formate (Titel, Kurz-Abstract, Kontaktperson(en))
bis 31.07.2026: Finalisierung des Programms
30.09.-02.10.2026: Jahrestagung an der HfBK Hamburg
Interessiert an der Ausrichtung der GfM-Jahrestagung?