Die GfM-Jahrestagung in Paderborn stellt im nächsten Jahr die *MACHT*frage! Wie sind Macht und Medien verwoben? Welchen Mächten sind wir aktuell, in Zeiten multipler Krisen, besonders ausgesetzt? Wie können wir Ohnmachtsgefühlen begegnen, wie uns selbst ermächtigen, wie machtvolle Bündnisse bilden? Wie spaltet Macht und wie kann sie vereinen? Wie können wir durch Medien und Kommunikation Machtverschiebungen, die menschenverachtende Ideologien gesellschaftsfähig machen wollen, verhindern? Wie kann (Medien)Wissen(schaft) dazu beitragen? Wie hängen Macht und Machen zusammen?
Die Jahrestagung 2023 der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) lädt unter dem Titel „Abhängigkeiten“ zur Rekonstruktion, Reflexion und systematischen Kritik medienspezifischer Abhängigkeitsverhältnisse ein. Damit adressieren wir unterschiedliche Abhängigkeiten von und in Medien wie in der Medienwissenschaft. Im Rahmen der Rekonstruktion, Reflexion und systematischen Kritik medienspezifischer Abhängigkeitsverhältnisse findet zudem ein Austausch mit dem Exzellenzcluster „Beyond Slavery and Freedom“ der Universität Bonn statt.
Das Tagungsthema «Arbeit» fragt nach dem Verhältnis von Arbeit und Medien in der ganzen Bandbreite von theoretischen, historischen und analytischen sowie medienpraktischen, sozialen und politischen Problemstellungen: von den gegenwärtigen medialen Bedingungen und Ermöglichungen von Arbeit über Darstellungen, Reflexionen, Modi und Formen des Arbeitens mit und in Medien sowie arbeitende Medien hin zu den Arbeitsmodalitäten der Medienwissenschaft selbst.
Seit der Pointierung des Begriffs ‚Ökologie‘ im 19. Jahrhundert durch Ernst Haeckel sind etliche begriffliche Akzentuierungen und zahlreiche Anwendungen derselben in den verschiedensten Feldern vorgenommen worden. Das betrifft nicht nur die Ökologie als Teildisziplin der Biologie und alltagsweltliche Diskurse im Kontext normativer Dimensionen des Umweltschutzes und Ideologien der Nachhaltigkeit, sondern auch Ökologie als Paradigma der Informations-, Kommunikations-, Sozial-, Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft.
Experimentieren kann als epistemologischer Anspruch der Moderne verstanden werden, Wirklichkeit über Leerstellen und prinzipielle Ergebnisoffenheit zu adressieren. Experimente sind der Zukunft zugewandt, indem sie aus der Vergangenheit eine Gegenwart extrapolieren und so alle drei Zeitebenen zugänglich machen. Experimentieren bedeutet, aktiv einer Situation gegenüberzutreten und epistemische Ungewissheiten als Handlungsspielräume für die Generierung neuen Wissens auszutarieren. Wissen und Nichtwissen sind im Experimentieren ineinander verschränkt.
Im Zentrum der Jahrestagung steht die Frage nach dem Zusammenspiel von Medien und Materialitäten. In einem Zeitalter, das maßgeblich von kultureller, technischer und ökonomischer Konvergenz geprägt ist, rücken neben transmedialen auch transmaterielle Adaptionspraktiken in den Blick. Bedeutung wird nicht einfach übertragen, sondern obliegt neben den Anpassungen an ein bestimmtes Trägermaterial oftmals weiteren komplexen Aushandlungsprozessen.
Das diesjährige Tagungsthema „Zugänge“ widmet sich in einem umfassenden Sinne allen Schwellensituationen, die dem Mediengebrauch, sei es im produktiven, im konsumistischen oder analytischen Sinne, vorgeschaltet sind und die sich häufig genug auch als ebensolche Schwellen oder Barrieren materialisieren und/oder juristisch und ökonomisch veritable Formen annehmen. Beobachtbar sind somit ebenjene Artefakte selbst wie auch die ihnen vorgelagerten diskursiven Operationen, mithin rechtliche, epistemologische, soziale, politische, ethische etc. Formationen, die Mediennutzungen rahmen und ermöglichen bzw. ausschließen.