Die Fotografie hat als erstes technisches Bildmedium unsere visuelle Kultur entscheidend geprägt. In den letzten Jahrzehnten hat sie im Verbund mit dem Internet und mobilen Endgeräten an gesellschaftlicher Relevanz noch hinzugewonnen. Auch für die jüngsten Entwicklungen in der generativen KI-Bilderzeugung stellt die Fotografie einen zentralen Bezugspunkt dar. Fotografieren ist zur Alltagsgeste geworden: Praktiken des Bildertauschs, der (Selbst-)Veröffentlichung und der Aneignung fotografischen Materials stellen heute einen wesentlichen Faktor sozialer Kommunikation dar. Aus diesem Grund sollte auch innerhalb der Medienwissenschaft den historischen und aktuellen Bedeutungen des Mediums sowie den kulturellen Implikationen seines gegenwärtigen Gebrauchs mit einer stärkeren Auseinandersetzung Rechnung getragen werden.
Fotografieforschung findet entsprechend der Vielfalt fotografischer Gebrauchsweisen und Diskurse in vielen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen statt: in der Kunstgeschichte ebenso wie in den Philologien, in der Soziologie ebenso wie in der Ethnologie und Anthropologie, in der Geschichts- ebenso wie in der Kommunikationswissenschaft. Überlegungen zur Fotografie sind nahezu für alle Medien relevant. Umso erstaunlicher ist, dass Fotografieforschung in der Medienwissenschaft noch wenig repräsentiert ist. Ebenso wie die Fotografieforschung durch einen medienwissenschaftlichen Blickwinkel gewinnt, gewinnt die Medienwissenschaft durch eine stärkere Auseinandersetzung mit der Fotografie historisch und theoretisch an Tiefe. Gerade die Vielfalt der Erscheinungsformen der Fotografie stellt die Frage, was die Fotografie – als Medium – auszeichnet.
Die Arbeitsgruppe Fotografieforschung versteht sich als ein Forum, das den institutionalisierten Austausch fördern und zur transdisziplinären Vernetzung der Forschung zur Fotografie und zu ihren medialen Verbünden beitragen möchte. Die Arbeitsgruppe steht sowohl GfM-Mitgliedern, als auch Nicht-Mitgliedern offen. Die AG möchte den Informationsaustausch über Aktivitäten, wie Forschungsprojekte, Tagungen, Publikationen etc. fördern, Vorhaben bündeln und vorantreiben sowie Initiativen von Mitgliedern unterstützen. Neben regelmäßigen AG-Panels und AG-Treffen auf den Jahrestagungen der GfM strebt die AG einen weiteren thematischen Workshop im Jahr an. Über Ideen und Vorschläge freuen wir uns!
Als Plattform, z.B. für den Austausch von Inhalten und die Organisation von Aktivitäten, dient ein Weblog: https://agfotografie.hypotheses.org/
Gerne möchten wir Sie zu Aktivitäten einladen und Sie informieren. Wenn Sie Interesse an den Aktivitäten der AG haben und in den Verteiler aufgenommen werden möchten, freuen wir uns über eine kurze Nachricht: agfotografieforschung@listserv.dfn.de