30.09.-02.10.2026
HFBK Hamburg
Die Anmeldung zur Tagung ist bis zum 21.09.2026 über den folgenden Link möglich: https://umfragen.uni-paderborn.de/gfm2026
...folgen in Kürze.
Hier finden Sie die aktuelle Programmübersicht (Stand: 14.08.2026).
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Treffen der ZfM-Redaktion [intern]
Organisation: Laura Hille, Melanie Mika, Deborah Wolf
Die Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft lädt PostDocs zum Vernetzungstreffen ein. Das Treffen dient als offener Austauschraum für alles, was Euch und uns aktuell beschäftigt. Wir bitten darum, dass nur PostDocs zu diesem Vernetzungstreffen kommen, damit offen gesprochen werden kann.
Kontakt: laura.hille@uni-siegen.de, melanie.mika@uni-tuebingen.de, D.Wolf@hhu.de
Organisation: Simon Schiller & Lisa Rein
Die Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft lädt alle Promovierenden zum Vernetzungstreffen ein. Das Treffen dient als offener Austauschraum für alles, was Euch und uns aktuell beschäftigt, und soll insbesondere neuen Promovierenden die Ankunft in der GfM und auf der Jahrestagung erleichtern. Wir bitten darum, dass nur Promovierende zu diesem Vernetzungstreffen kommen, damit offen gesprochen werden kann.
Kontakt: schiller@tfm.uni-frankfurt.de, lisa.rein@uni-weimar.de
Begrüßung durch Elisa Linseisen und das Orga-Team der GfM sowie Grußworte.
Die Solidität der Medienwissenschaft im deutschsprachigen Raum manifestiert sich auch in ihrem Publikationsaufkommen. Neben Monografien und Sammelbänden sind hierbei insbesondere auch die Zeitschriften von entscheidender Bedeutung. Als elementarer Bestandteil einer soliden Medienwissenschaft veranstaltet die AG Filmwissenschaft ein offenes Panel im Sinne eines Round Table zum Stand der Dinge film- und medienwissenschaftlichen Publizierens in Kooperation mit Verlags- und Redaktionsvertreter:innen. Einerseits soll der Reichtum filmwissenschaftlichen Publizierens im Kontext der Medienwissenschaft verstärkt in den Fokus gerückt, andererseits Herausforderungen gegenwärtigen Publizierens (KI und wiss. Publikationen als Datenreservoir, digitale Umsonst-Kultur, Gate-Keeping [peer review] vs. Open Access, neue Publikationsformen) vor dem Hintergrund sich verändernder Ökonomien und Finanzierungsmodelle diskutiert werden.
Darüber hinaus versteht sich das Panel auch als ein Debattenbeitrag zur Ausrichtung der Medienwissenschaft insgesamt. Gerade das nach wie vor hohe Publikationsaufkommen zu dezidiert filmwissenschaftlichen Themenstellungen und Fragekomplexen zeigt die Bedeutung der Filmwissenschaft für die Medienwissenschaft an. Daher dient die Diskussion auch dazu, im Austausch mit Verlagen und Redaktionen nicht nur den Stand der Dinge festzustellen, sondern auch perspektivisch künftige Fragestellungen zu entwickeln.
Organisation: Jasmin Degeling, Maja Figge, Andrea Braidt
Chair(s): Philipp Hohmann & Francis Wagner
Das Thema der Solidität nehmen wir zum Anlass, um gemeinsam über das Verhältnis bzw. die Dringlichkeit von Solidarität und Infrastruktur in einer Gegenwart sich zuspitzender Faschisierung nachzudenken – und zwar in der gemeinsamen Auseinandersetzung mit einander ergänzenden theoretischen Positionen: Hierfür schlagen wir vor, ausgehend von drei Kurzinputs ins Gespräch zu kommen über den quer- und affekttheoretischen Begriff der „affektiven Infrastruktur“ von Lauren Berlant (2022), der daran festhält, das Potential von Infrastrukturen für gemeinsames Handelns offen zu halten, so unwahrscheinlich dies unter den medialen, ökonomischen, politischen Bedingungen der gegenwärtigen Krise erscheint. Diesen Begriff konfrontieren wir mit zwei aktuellen faschismustheoretischen Positionen: Eva von Redeckers (2026) in der kritischen Theorie verankerte queerfeministische Analyse des neuen Faschismus als „Liquidierung des Phantombesitzes“ und Brian Massumis (2025) relationaler und prozessphilosophischer Analyse des „Regimes der Reaktion“ des Trumpismus und seiner Vorschläge, diesem ein antifaschistisches Leben entgegenzusetzen. Auf der Grundlage der Inputs und anhand von mitgebrachten Textauszügen wollen wir fragen: Welche Aspekte unserer gegenwärtigen Situation lassen sich mit welchem dieser Zugriffe wie beschreiben? Inwiefern lassen sich mit dem Begriff der affektiven Infrastruktur sowohl die Konstruktion faschistischer Gefühlsgemeinschaften analysieren als auch die Voraussetzungen für eine antifaschistische Affektpolitik ausloten? Wie lassen sich Konzepte wie (liquidierender) Phantombesitz medien- und affekttheoretisch spezifizieren?
Literatur
Lauren Berlant, On the Inconveniences of Other People, Duke 2022
Brian Massumi, The Personality of Power. A Theory of Fascism for Anti-fascist Life Duke 2025
Eva von Redecker, Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus, Fischer 2026
Die AG "Medien und Kunst / Kunst und Medien" lädt im Rahmen der Jahrestagung „Solidität" zu einem Roundtable in einem experimentellen Format ein, der künstlerische und wissenschaftliche Positionen zum Thema zusammenführt. Im Mittelpunkt stehen dessen gegenwärtige Relevanz sowie dessen ästhetische und theoretische Verortung, die eine mögliche Neubestimmung von Solidität vor dem Hintergrund tiefgreifender technologischer, politischer und gesellschaftlicher Umbrüche denkbar macht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei auch den Auswirkungen der so gen. Künstlichen Intelligenz sowie den Veränderungen öffentlicher, institutioneller und epistemischer Ordnungen. Im Fokus steht die Frage, wie sich etablierte Formen der Wissensproduktion, Repräsentation und Kritik unter diesen Bedingungen verändern. Solidität wird dazu nicht als gegebene Eigenschaft verstanden, sondern als wandelbare Figur von Stabilität, Verlässlichkeit und Materialität medialer, künstlerischer und wissenschaftlicher Wissensformen. Der Roundtable untersucht, wie solche Wissensformen sich behaupten, destabilisieren oder neu konfigurieren. Ziel ist es, theoretische Konzepte und künstlerische Praktiken in einen gemeinsamen Reflexionsraum zu bringen. Im Spannungsfeld von Manifestation und Manifest sollen so die Bedingungen, Formen und Möglichkeiten von Solidität befragt und zur Diskussion gestellt werden.
Wir feiern das Fragment, den aufgerissenen Kontext, den Witz der unerwarteten Zusammensetzungund die Kopie. Die Redaktion der Zeitschrift für Medienwissenschaft verwandelt sich für eine Session in die Redaktion des Zine für Medienwissenschaft und freut sich über zahlreiche ad-hoc Redaktionsmitglieder. Wir bringen alle Ausgaben ab dem ersten Jahrgang 01/2009 der ZfM und Schnibbelbücher als Ausgangsmaterial mit. Mit allen Interessierten gestalten wir gemeinsam ein Zine – mit kurzen Texten, Zetteln, Scheren, Stiften und Kleber – und kopieren das fertige Exemplar für alle Tagungsgäste zum Mitnehmen. Neben dem fertigen Zine gibt die Redaktion auch Einblicke in den tatsächlichen Redaktionsprozess der ZfM und Raum für mitgebrachte Fragen und Vorschläge.
Kontakt: Mary Shnayien, Maja-Lisa Müller
Die Hochschulen sind wichtige Spielfelder der aktuellen Faschisierung. Zugleich sind sie mögliche Bollwerke gegen Backlash und Wissenschaftsfeindlichkeit. Politisch motivierte, zum Teil digitale Angriffe auf Forschende sind etwa Phänomene der Aushöhlung der Universitäten, wie es auch die Entsolidarisierung durch mangelnde Grundfinanzierung, Drittmitteldruck und antagonistischer Wissenschaftskultur sind. Strukturell techfaschistische und -feudalistische Praktiken und Anwendungen der Plattformkonzerne werden zudem normalisiert und in die Hochschulen integriert. In dem Panel des AK Uni gegen Faschismus wollen wir anhand von Impulsen die aktuelle Lage an den Hochschulen kartieren. Welche Angriffe und Kürzungen passieren oder stehen bevor und welche Strategien der Entwertung und Untergrabung von Gender, Postcolonial, Disability Studies (…) sind an den Standorten zu beobachten? Welche kritischen, widerständigen und selbstorganisierten Aktivitäten gibt es aber auch? Anhand von Inputs und Diskussion tauschen wir uns über die aktuelle Situation an den verschiedenen medienwissenschaftlichen Institutionen aus und reflektieren die Aktionswoche gegen Faschismus. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie wir solide handeln können. Welche solidarischen Praktiken haben sich als solide bewährt? Was wären Möglichkeiten der Solidarisierung, die vielleicht (noch) nicht solide sind, aber es werden könnten? Überlegen wir zusammen, was wir tun können.
Beitragende: Jan Müggenburg, Beate Ochsner, Anna-Marie Rönsch, Robert Stock, Daniel Wessolek, Judith Willkomm
Disability Media Studies (DMS) erfährt seit einigen Jahren eine Konjunktur, bei der Fragen von Zugänglichkeit, Interface-Friktionen (N. Alexander) sowie Workarounds im Fokus stehen. Doch ist diese Forschungsrichtung weit entfernt von einer soliden Position. Im Gegenteil finden Analysen der DMS an der Schnittstelle von Medienwissenschaft und Disability Studies in mindestens dreifacher Hinsicht unter schwierigen Bedingungen und in instabilen Umgebungen statt:
Erstens gerät die Institutionalisierung der Disability Studies zunehmend ins Stocken: Anstelle einer nachhaltigen Etablierung des Fachs im deutschsprachigen Raum, werden Lehrstühle nicht neu besetzt (z.B. an den Universitäten in Hamburg und Köln) und mühsam aufgebaute Strukturen abgebaut. Eine Gesellschaft für Disability Studies in Deutschland befindet sich erst in der Gründungsphase.
Partizipatives Forschen zum Thema Dis/Ability bedeutet zweitens, dass Forschende mit Behinderung bzw. Behinderungserfahrung vielfältigen Formen der Exklusion ausgesetzt sind, weil etwa Pflegeleistungen und Unterstützungsangebote gekürzt werden, Forschungseinrichtungen nicht barrierefrei sind und das durch die UN-Behindertenrechtskonvention verbriefte Recht auf inklusive Bildung gesellschaftlich missachtet wird.
Drittens drohen die Disability Studies Opfer ihres eigenen diskursiven „Erfolges” zu werden, indem Begriffe, Theorien und Modelle zwar ihren Weg in andere Fächer und interdisziplinäre Forschungsvorhaben finden, die aktivistische, politische, rechtliche Dimension von Behinderung dabei aber oft in den Hintergrund rückt.
Weil DMS gegenwärtig also nur in institutionellen, lebensweltlichen und diskursiven Zwischenräumen, aber noch lange nicht unter tragfähigen Bedingungen stattfinden kann, diskutiert das Panel im Rahmen eines offenen und inklusiven Gesprächs Strategien und Taktiken der Stabilisierung unserer Position wie Adaptivität, Öffnung, Flexibilität oder Cripping. Dabei fokussieren wir etwa auf aktuelle Projekte in den Bereichen Game Studies und Maker Cultures, die vielversprechende Perspektiven für die DMS bieten.
Kontakt: Jan Müggenburg, jan.mueggenburg@leuphana.de
Organisation: Kathrin Yacavone, Tom Kaiser und Winfried Gerling
Das Panel der AG Fotografieforschung widmet sich einer spezifischen Ausdifferenzierung von „Solidität“: Kollaboration als Arbeitsform sowie als gemeinschaftliche Forschungs- und Lehrpraxis innerhalb der Medienwissenschaft. Insbesondere in der Fotografieforschung haben Fragen der Zusammenarbeit in den letzten Jahren neue Aufmerksamkeit erfahren – nicht zuletzt durch das vielbeachtete Gemeinschaftsprojekt Collaboration: A Potential History of Photography (2024). Das Buch ist ein Versuch, die Beteiligung Vieler unter verschiedenen Bedingungen am fotografischen Geschehen zu denken und gegen Lesarten zu positionieren, die all jene, die das fotografische Geschehen auf unterschiedliche Weise beeinflusst haben, ignorieren. Aus dieser Perspektive untersuchen sie in einem Zusammenwirken von Praxis und Theorie historische wie gegenwärtige fotografische Praktiken hinsichtlich ihrer kolonialen, rassistischen und patriarchalen Voraussetzungen und Verflechtungen.
An diese Überlegungen knüpft das Panel an und überträgt sie auf aktuelle Debatten der Medienwissenschaft. Was bedeutet es, in der Fotografieforschung kollaborativ zu arbeiten? Inwiefern fordert die Fotografie selbst solche Formen des Zusammenarbeitens heraus? Welche institutionellen Rahmenbedingungen ermöglichen oder erschweren kooperatives Arbeiten? Und in welchem Sinne ist fotografischen Praktiken Kollaboration bereits eingeschrieben – sei es auf der Ebene der Produktion, Zirkulation oder Rezeption von Bildern?
Das Panel versteht sich als Forum, um diese Fragen gemeinsam zu diskutieren und unterschiedliche Perspektiven auf kollaborative Wissensproduktion in der Fotografieforschung zusammenzuführen. Kurze Impulse eröffnen die Diskussion, im Anschluss steht der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt. Als Expert*innen eingeladen sind Florian Krautkrämer, Anja Schürmann (angefragt) sowie eine künstlerische Doppel-Position (angefragt).
Ansprechpartnerin: Kathrin Yacavone, AG-Sprecherin, kathrin.yacavone@uni-marburg.de oder agfotografieforschung@listserv.dfn.de
Beitragende: Vera Tollmann (Lüneburg), Fabian Winter (Oldenburg), Simon Roloff (Lüneburg)
Von Predictive Policing über Kreditvergaben bis zur Leistungsbewertung im Bildungsbereich greifen in der Gegenwart zunehmend algorithmische Operationen in Entscheidungsprozesse ein.Antoinette Rouvroy und Thomas Berns haben diese Verschiebung als Entstehung einer gouvernementalité algorithmique beschrieben — einer Regierungsweise, die Korrelation an die Stelle der Deliberation setzt und dabei nicht zuletzt Momente institutioneller Subjektivierung umgeht, die für transparente, nachvollziehbare und demokratische Prozesse entscheidend sind (2013). Das Kolloquium untersucht diese Entwicklung aus dem Blickwinkel der Wahrheitsproduktion und unterzieht dabei den Begriff der Operativität einer Belastungsprobe: Die zentrale Frage lautet, ob mit ihm aktuelle Übersetzungsprozesse von Wahrscheinlichkeit in Gewissheit, von Daten in Evidenz, von maschinellem Output in Urteile gewinnbringend beschrieben werden können. Auf der einen Seite konstituieren operative Medien immer schon »Spiele der Wahrheit« (Michel Foucault) — wie sich etwa anhand der Akte im Rechtssystem zeigen lässt (Cornelia Vismann). Auf der anderen Seite wäre angesichts zunehmend KI-gestützter juristischer und wissenschaftlicher Evidenzproduktion zu fragen, ob die spezifische Autorität datengestützter Objektivität gegenwärtig noch grundlegend diagrammatisch (Sybille Krämer) oder anderweitig strukturiert ist. Drei Fallstudien adressieren im Kolloquium die Ebenen von Datenstruktur, Bild und Benutzeroberfläche: Tabellen und bildgebende Verfahren als Übersetzung zwischen Code und forensischer Beweisführung (Simon Roloff), die Heatmap als aggregierende Bildform in Explainable AI und Klimavisualisierung (Vera Tollmann) und das Dashboard als urteilende Benutzeroberfläche (Fabian Winter).
Beitragende: Prof. Dr. Stephan Packard, Dr. Vera Bachmann, Dr. Stephanie Großmann, Klaus Bernsau, Dr. Christopher Lukman
Im Angesicht der neuartigen Zeichenproduktion generativer KI-Systeme lässt sich die Solidität klassischer Zeichenbegriffe erproben. Im Panel der AG Mediensemiotik fragen wir, was aus semiotischer Perspektive an Sprachmaschinen, Bildgeneratoren, agentiellen Werkzeugen und Vibe Coding-Umgebungen sichtbar wird: Welche Zeichenmodelle werden den von ihnen produzierten Medienartefakten gerecht? Welche Zeichenprozesse sind in Interfaces, Softwarearchitekturen und diskursiven Anschlüssen an KI-Produkte involviert? Und um welche Zeichentypen handelt es sich jeweils?
Fragen wie diese wollen wir ausgehend von kurzen Impulsreferaten zu verschiedenen semiotischen Ansätzen von Saussures Zeichenmodell über Peirce‘ Zeichentypen bis zur Psychosemiologie gemeinsam mit allen Interessierten diskutieren. Die Impulse werden unter anderem fokussieren, inwiefern die Sprachverwendung von LLMs über strukturalistische Zeichenmodelle hinausgeht oder ihre Entkopplung von Sprache und Referenz gerade bestätigt. Angesichts des Stils anbiedernder Servilität, in dem Sprachmodelle fehlerhafte Informationen mit höflicher Selbstverständlichkeit präsentieren, halluzinieren und unseriöse Quellen verarbeiten, lässt sich eine Wiederkehr des ‚dubitativen Bilds‘, das Peter Lunenfeld einst als Kennzeichen der Digitalität beschrieb, auf Ebene der Sprache beobachten. Und angesichts von semiotischen Theorien distribuierter oder epiphänomenaler Subjektivität ist zu fragen, was Semiotik zur Frage nach der Agentialität, der effektiven Selbstständigkeit oder dem abhängigen Werkzeugcharakter von KI-Systemen beitragen kann.
Ansprechperson: Dr. Vera Bachmann, Universität Regensburg | vera.bachmann@ur.de
tba.
Teilnehmende: Laura Hille, Melanie Mika, Kathrin Peters, Lisa Rein, Simon Schiller, Deborah Wolf
In Anbetracht der aktuellen und bevorstehenden Kürzungen an Hochschulen lädt die Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft zu einem interaktiven Austausch ein. Wir bieten einen Raum, um erstens die konkreten Folgen von Kürzungen zu dokumentieren und zweitens über die Folgen des politischen Kahlschlags für unsere Arbeitsbedingungen zu sprechen. Drittens wollen wir Szenarien und Strategien entwerfen, um uns vorzubereiten und solidarisch zu handeln. Die Arbeitsbedingungen werden schlechter und es wird noch mehr in die Prekarität gedrängt, als ohnehin schon.
Zusätzlich zum inhaltlichen Schwerpunkt ist dies auch eine Sitzung der Kommission für gute Arbeit. Wir freuen uns über interessierte Teilnehmer*innen und Diskutant*innen sowie über neue Mitglieder im Sprecher*innenteam der Kommission. Die Kommission profitiert von der Zusammenarbeit unterschiedlicher Statusgruppen, daher suchen wir zurzeit vor allem Verstärkung durch Professor*innen.
Kontakt: i.A. laura.hille@uni-siegen.de, melanie.mika@uni-tuebingen.de
tba.
Im Workshop der AG EcoMedia erkunden wir kollaborative Arbeitsformen und Assoziationsketten rund um das Thema »Solidität« aus medienökologischer Perspektive. Als Ausgangspunkte für die Kommunikation der Workshopteilnehmer*innen bringen wir Bildkarten ins Spiel, die von den AG Mitgliedern gestaltet wurden. Sie dienen dazu, thematische Gemeinsamkeiten und Symbiosen auszuloten, statt auf Differenzen zu beharren, und tragen zur Vernetzung zwischen den Workshopteilnehmer*innen und dem weiteren Kreis der AG Mitglieder bei.
Kontakt: Maren Mayer-Schwieger (Maren.Mayer-Schwieger@kunstuni-linz.at), Lena Trüper (lstrueper@ucla.edu)
Beitragende: Julia Bee, Dîlan Çelik, Jasmin Degeling, Maja Figge, Birte de Gruisbourne, Hilde Hoffmann, Olga Matveieva und Mary Shnayien
Moderation: Sebastian Althoff, Sarah Sander
Auch die AG Migration, Rassismus, Postkolonialität lädt zur Standortbestimmung. Wie kann diese in Bezug auf die drei Schwerpunktthemen der AG aussehen? Mit der Sorge um rechtsextreme Parteien, schleichende und explizite Faschisierung und rechtsstaatlichen Rückbau scheint es aktuell vor allem darum zu gehen, zu sichern, was bisher erreicht wurde. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht im Reaktiven zu verbleiben. Für unsere Standortbestimmung haben wir deshalb die Herausgeber*innen und Beitragenden der Positionen zur postmigrantischen Gesellschaft (Berlin 2027, in Vorbereitung) eingeladen, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Hilde Hoffmann und Stephanie Heimgartner haben im Wintersemester 2024/25 eine entsprechende Ringvorlesung initiiert, um zu fragen „wie die Wissenschaft relevant für eine solidarische, offene Gesellschaft sein kann“. Das Konzept der postmigrantischen Gesellschaft, so schreiben Katarina Stjepandić und Serhat Karakaylı, eröffnet „die Möglichkeit, die gemeinsame Aushandlung von Zugehörigkeit als Widerstand gegen Abwertungs- und Ausschlusspositionen zu begreifen“. Inzwischen ist der Sammelband in Arbeit, zu dem weitere Beitragende eingeladen wurden. Zum Anlass einer GfM-Jahrestagung, die u.a. die institutionellen Strukturen und kooperativen Arbeitsformen adressiert, die die Medienwissenschaft tragen, dienen diese Positionen zur postmigrantischen Gesellschaft als Rahmen, um die Aushandlung von Zugehörigkeit und möglichen Formen von Solidarität und Solidität in Bezug auf universitäre Zusammenhänge und wissenschaftliche Forschung zu diskutieren.
Beitragende: Julia Eckel (Uni Paderborn), Erwin Feyersinger (Uni Tübingen), David Höwelkröger (Uni Kiel), Christopher Lukman (Kunstuniversität Linz), Andrea Polywka (Uni Marburg)
Das Panel der AG Animation möchte sich mit den Möglichkeiten einer soliden medienwissenschaftlichen Forschung zu KI-generierten Bewegtbildern beschäftigen. Ausgehend von Ansätzen aus der Animationsforschung soll es um den Austausch mit anderen Forschungsrichtungen und AGs gehen, die sich mit (generativer) KI im Allgemeinen und der (Bewegt-)Bildgenerierung im Besonderen auseinandersetzen. In den Mittelpunkt stellen wir dabei zunächst theoretische, technische, ästhetische, forschungs- und produktionspraktische Aspekte, die dann gemeinsam aus unterschiedlichen Forschungsfeldern diskutiert und ggf. um weitere Ansätze und Perspektiven erweitert werden sollen. Ziel ist es, sich konzentriert und AG-übergreifend mit der Frage zu beschäftigen, welchen Beitrag medienwissenschaftliche Ansätze leisten können für aktuelle Debatten und Entwicklungen im Feld Generativer Künstlicher Intelligenz.
Kontakt: Julia Eckel, julia.eckel@upb.de
Organisation: Kim Hebben (kim.hebben@tu-dortmund.de), Christine Piepiorka (christine.piepiorka@gmx.org), Jana Zündel (jana.zuendel@uni-weimar.de)
Chair(s): tba.
Die AG Fernsehen diskutiert die „Solidität“ der Fernsehwissenschaft in einer ausdifferenzierten, pluralistischen Medienwissenschaft auf zwei Ebenen: institutionell-forschungsinfrastrukturell und konzeptuell-selbstreflexiv.
Auf der institutionellen Ebene schwindet die Sichtbarkeit der Fernsehwissenschaft in der deutschen Forschungslandschaft. Häufig wird Fernsehen unter dem breiten Begriff „Medien“ subsummiert, während Film als Teildisziplin präsent bleibt – symptomatisch dafür sind etwa die Umbenennung des Film- und Fernsehwissenschaftlichen Kolloquiums (FFK) zu Film- und Medienwissenschaftliches Kolloquium 2020 oder das Fehlen explizit fernsehbezogener Forschung in den Denominationen medienwissenschaftlicher Professuren. Ist Fernsehen also kein solides – im Sinne von gewinnbringend, eigenständig – Thema für unser Fach?
Auf der konzeptuellen Ebene reflektiert die AG fachspezifische Fragestellungen der Fernsehwissenschaft, die möglicherweise deren Instabilität innerhalb der Medienwissenschaft befeuern: Fernsehen war nie ein stabiles, mit sich übereinstimmendes Medium, sondern stets im Wandel begriffen (als Institution, als Medium, als Praktik, usw.). Begriffe wie small screen, Post TV, Platform TV oder Video-Streaming konkurrieren mit etablierten Konzepten von Fernsehen, ohne sie überzeugend zu ersetzen. Was leistet „Fernsehen“ als analytische, theoretische, historische und letztlich mediale Kategorie – und wie bleibt diese fachintern wie auch transdisziplinär tragfähig?
Das Panel versteht sich als Roundtable für AG-Mitglieder und alle fachlich Interessierten und lädt zur gemeinsamen Diskussion ein.
Die Servicestelle Urheberrecht des FID Media bietet im Rahmen der GfM-Jahrestagung individuelle urheberrechtliche Auskünfte und Beratungsgespräche an. Nutzen Sie die Gelegenheit, konkrete Fragen aus Ihrer wissenschaftlichen Praxis mit unserem Experten zu besprechen. Im Mittelpunkt stehen Themen rund um den rechtssicheren Umgang mit fremden Materialien in Forschung, Lehre und Publikation. Dazu gehören beispielsweise die Verwendung von Bildern, Videos, Texten,
Audioaufnahmen oder anderen urheberrechtlich geschützten Werken in wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Vorträgen oder digitalen Projekten. Auch Auskünfte zu Verlags- und Publikationsverträgen, Zweitveröffentlichungsrechten, Open-Access-Lizenzen sowie zur Nutzung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten sind möglich. Darüber hinaus können aktuelle Fragestellungen zu digitalen Medien behandelt werden, etwa zur Nutzung von Videospielen in Forschung und Lehre, zum Einsatz KI-generierter Inhalte oder zu urheberrechtlichen Herausforderungen neuer Publikations- und Forschungsformate. Bringen Sie gerne Ihre konkreten Anliegen mit und kommen Sie auf uns zu. Die Servicestelle Urheberrecht steht Ihnen für individuelle Auskünfte
und Orientierungshilfen zu urheberrechtlichen Fragen zur Verfügung. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.
tba.
Erfolgreich eingeworbene Drittmittelprojekte sind nicht nur für die beteiligten Wissenschaflter:innen von großer Bedeutung. Sie prägen auch den Stellenwert des Fachs innerhalb einer Hochschule, in standortübergreifenden Kooperationen und im gesamten Wissenschaftssystem. Ausgehend von der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geht das Panel der Frage nach, wie sich Medienwissenschaftler:innen durch gute Strategien der Antragstellung, aber auch durch faire und wertschätzende Begutachtungspraktiken als Teil eines fachlichen Verbunds und einer Interessengemeinschaft entwerfen können. Über diese Fragen diskutieren Janne Lenhart (DFG, Referentin u.a. für Theater- und Medienwissenschaften), Kathrin Peters (DFG-Fachvertretung, Universität der Künste, Berlin), Gabriele Schabacher (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) mit Isabell Otto (Universität Konstanz). Die Diskutant:innen versammeln Perspektiven aus DFG und Hochschulen. Sie diskutieren u.a., wie sich die Medienwissenschaft in fächerübergreifenden Antragsverfahren in ihrer Fachspezifik positionieren kann und wie sich aus einer starken medienwissenschaftlichen Positionierung heraus Interdisziplinarität gestalten lässt.
Beitragende: Maike Reinerth, Oliver Leistert, Matthias Grotkopp, Sarah Sander, Julia Bee, Marie Sophie Beckmann & Jakob Claus
Medien und Klimakatastrophe sind gleichermaßen auf allen Ebenen der Gesellschaft wirksam. Medien sind materiell und konkret, verortet und verkörpert. Die Klimakrise ist hier und jetzt, in energiefressenden Datenzentren, in extraction sites und sacrifice zones, in Flüssen, die wegen Trockenheit rückwärts fließen. Wie gestalten wir eine Medienwissenschaft, die den Kampf um Klimagerechtigkeit an und mit den Orten denkt und führt, an denen wir lehren und forschen, an denen wir und die Studierenden leben? Wir wollen anhand kurzer Fallbeispiele diskutieren, mit welchen inhaltlichen Aspekten lokaler Bezugnahmen, mit welchen Methoden und Formaten, mit welchen Akteur:innen und Öffentlichkeiten eine klimagerechte Medienwissenschaft die jeweils konkreten lokalen Konstellationen adressieren und mobilisieren kann. Wie kann die Medienwissenschaft solide an der Seite einer sozial-ökologischen Transformation agieren, die die überlappenden Vektoren der Ungerechtigkeit adressiert? Wie intervenieren wir aus dem Wissen und den Praktiken unserer Disziplin heraus in Zeiten der Polykrise und der multiplen Auflösungen und Trennungen und bringen Formen der soliden Strukturen, Beziehungsweisen und Solidaritäten hervor?
Kontakt: Matthias Grotkopp, m.grotkopp@fu-berlin.de
Die AG Interfaces nimmt das Schwerpunktthema „Solidität“ zum Anlass, um Inventur zu betreiben: In einem offenen Austauschformat mit vorbereiteten Kurzinputs sondieren und kartografieren wir aktuelle und emergente Felder der Interface Studies. Welche Themen und Zugänge sind aktuell wichtig, womit wird sich die medienwissenschaftliche Interface-Forschung in den nächsten Jahren auseinandersetzen müssen? Wie fordern laufende Entwicklungen – z.B. KI-Agenten als HCI-Paradigma, Ambient Interfaces, Virtualisierung von Interaktionsordnungen, Dispositive der Interface-Arbeit – die bewährten theoretisch-methodischen Zugänge heraus?
Das Panel der AG Interfaces bündelt eine Reihe von 5-minütigen Kurzinputs zu ausgewählten Themen und aktuellen Entwicklungen, die den Auftakt bilden für eine Arbeit in Kleingruppen zu den davon aufgeworfenen Fragen. Die Themen selbst werden im Vorfeld der GfM-Tagung in einem kollaborativen Prozess mit den Mitgliedern der AG entwickelt, stehen also nicht vorab fest. Die Kleingruppen befassen sich insbesondere mit drei Fragen: 1. Worin liegt die spezifische Herausforderung durch die im Kurz-Input skizzierte Entwicklung? 2. Welche medienwissenschaftlichen Ressourcen stehen zur Verfügung, um mit dem angesprochenen Phänomen umzugehen? 3. Welche inter- und transdisziplinären Bündnisse können bei der Bearbeitung des Themas helfen? Ziel des Panels ist eine konsolidierende Bestandsaufnahme aktueller und emergenter Schwerpunkte der medienwissenschaftlichen Interface Studies
Kontakt: Timo Kaerlein (timo.kaerlein@ruhr-uni-bochum.de), Co-Organisator:innen: Jens Fehrenbacher (jfehrenb@uni-bonn.de), Fabian Pittroff (fabian.pittroff@rub.de), Jana Hecktor (jana.hecktor@izew.uni-tuebingen.de), Marcel Thiel-Woznica (m.woznicaquni-mainz.de)
Beitragende: Kathrin Ganz (Freie Universität Berlin), Georg Fischer (Open Research Office Berlin), Kai Matuszkiewicz (Philipps-Universität Marburg), Sophie Einwächter (Philipps-Universität Marburg), Niels-Oliver Walkowski (Universität Luxemburg)
Moderation Franziska Heller (Universität Halle-Wittenberg)
Seit dem Aufkommen der Open-Access-Bewegung galt die Maxime der maximalen Öffnung der Wissenschaft als unhinterfragt, die sich auch auf die Open-Science-Bewegung übertrug und in der UNESCO Recommendation on Open Science (2021) prominent niederschlug. So fordert die UNESCO Recommendation on Open Science beispielsweise nicht nur eine Öffnung des wissenschaftlichen Wissens und offene Infrastrukturen, sondern auch einen offenen Dialog mit anderen Wissenssystemen sowie einen Einbezug verschiedener sozialer Akteur:innen. All dies bilde das Fundament einer inklusiven, offenen, gerechten und nachhaltigen, einer soliden Wissenschaft. Diese Auffassung ist in den vergangenen Jahren verstärkt hinterfragt worden. Geopolitische Umwälzungen, Kulturkämpfe, die zunehmende Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz und wissenschaftliche Großverlage, die die Wissenschaft vermehrt in Richtung einer Plattformökonomie führen, werfen die Frage auf, inwiefern die Offenheit der Wissenschaft Grenzen haben sollte, wenn sie zum Einfallstor für korrumpierenden Effekte wird. Wie resilient, wie digital souverän kann Wissenschaft noch sein, wenn sie zunehmend dem Einfluss externer politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Kräfte ausgesetzt ist? Inwiefern verändert das (offene) Wissenschaftspraktiken und die sie ermöglichenden Infrastrukturen sowie Medien und wie wirkt sich dies auf rechtliche und ethische Handlungsrahmen aus? Was macht dies mit Handlungsfeldern wie Forschung und Lehre? Diese und andere Fragen möchte das Panel diskutieren.
Kontakt: Franziska Nössig (Universität Halle-Wittenberg); franziska.noessig@medienkomm.uni-halle.de
Vielfalt ist viel Arbeit, und eine gerechte Demokratie braucht Bürokratie. Es gibt zahlreiche Institutionen und Organisationsformen in den Wissenschaften mit Abkürzungen wie die der HRK, des BMFTR, der DFG, des DHV, es gibt die Landesministerien, den Wissenschaftsrat und auch die GfM. Auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Reichweiten verhandeln sie alle die
Handlungsspielräume von Forschung und Lehre. Grundlegende Umstrukturierungen dieser Räume zeigen sich derzeit deutlich, vorangetrieben durch massive Budgetkürzungen und ebenso durch politische Einflussnahmen rechter Akteur*innen und deren Angriffe auf Forschungs- und Lehrfreiheit. Auffällig sind die Konzeptlosigkeit und die Abwesenheit politischer Visionen zu diesem Umbau der meisten parteipolitischen Akteur*innen außer denen der AfD. Was haben Fachgesellschaften dazu zu sagen? Wie ist unsere Analyse, was wären sinnvolle Orte für Reaktionen?
Medienwissenschaften sind vielfach betroffen: Interdisziplinär und darin auch international, interessiert an den materiellen Bedingungen der medialen Produktion von Realitäten, den Macht- und Herrschaftsverhältnissen, in denen die eingebunden sind, die sich daran beteiligen. Informiert von dekolonialer und postkolonialer Kritik, von Gender Studies und Queer Studies, kritisch im Blick auf Mainstream-Medien und die Gefahr faschisierender Dynamiken in digitalen Netzen – und vielleicht auch als vergleichsweise 'junges' Fach, das an vielen Standorten zu den 'kleinen' Fächern
zählt und von Kürzungen bedroht sein könnte.
Der Beirat der GfM bildet eine Schnittstelle für Anfragen zu Stellungnahmen zivilgesellschaftlicher Organisationen. In den letzten Jahren und Monaten brachten einige Fachgesellschaften ihre Positionierungen zu aktuellen Lagen in die Debatten ein, und auch der Beirat der GfM hat eine Stellungnahme zur Notwendigkeit medienwissenschaftlicher Intervention formuliert
(https://gfmedienwissenschaft.de/news/stellungnahme-des-beiratsrepressio…-
und-die-notwendigkeit-medienwissenschaftlicher). Es gab innerhalb der GfM Bedenken dagegen, sich als Fachgesellschaft politisch zu äußern. Der Beirat der GfM ist sich einig darin, dass "neutrales" Schweigen selbst bereits eine Positionierung darstellt. Im Rahmen des Panels werden Mitglieder des Beirats aus ihrer Sicht beispielhafte kurze Statements zur Einschätzung aktueller Angriffe auf Wissenschaft(streibende) einbringen – für einen Austausch zu Möglichkeiten, Strategien, Wordings und auch mit Blick auf Optionen, sich mit bestehenden Projekten und Initiativen zu vernetzen, um die Kräfte der Intervention und des solidarischen Eintretens zu bündeln.
Die Servicestelle Urheberrecht des FID Media bietet im Rahmen der GfM-Jahrestagung individuelle urheberrechtliche Auskünfte und Beratungsgespräche an. Nutzen Sie die Gelegenheit, konkrete Fragen aus Ihrer wissenschaftlichen Praxis mit unserem Experten zu besprechen. Im Mittelpunkt stehen Themen rund um den rechtssicheren Umgang mit fremden Materialien in Forschung, Lehre und Publikation. Dazu gehören beispielsweise die Verwendung von Bildern, Videos, Texten,
Audioaufnahmen oder anderen urheberrechtlich geschützten Werken in wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Vorträgen oder digitalen Projekten. Auch Auskünfte zu Verlags- und Publikationsverträgen, Zweitveröffentlichungsrechten, Open-Access-Lizenzen sowie zur Nutzung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten sind möglich. Darüber hinaus können aktuelle Fragestellungen zu digitalen Medien behandelt werden, etwa zur Nutzung von Videospielen in Forschung und Lehre, zum Einsatz KI-generierter Inhalte oder zu urheberrechtlichen Herausforderungen neuer Publikations- und Forschungsformate. Bringen Sie gerne Ihre konkreten Anliegen mit und kommen Sie auf uns zu. Die Servicestelle Urheberrecht steht Ihnen für individuelle Auskünfte
und Orientierungshilfen zu urheberrechtlichen Fragen zur Verfügung. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.
In gesellschaftlichen Debatten um Wissenschaftsfreiheit und Faschisierung, um Erderwärmung und neokoloniale Klimaungerechtigkeit wird die Notwendigkeit von zivilgesellschaftlichem Engagement für demokratische Werte wie für eine auch in Zukunft bewohnbare Welt immer dringlicher. Weltweit sind diktatorische Regime auf dem Vormarsch. Schlagworte wie „Klimafaschismus“ verweisen zudem auf die Verschränkung von autoritärer Politik und Leugnung der Klimakrise. In vielen Handlungsfeldern werden zugleich Potenziale und Grenzen aktivistischer Formen von Beteiligung und Protest diskutiert. Dies ist Anlass genug für eine Standortbestimmung der Medienwissenschaft: Wie verhält sich die Medienwissenschaft zu diesen Entwicklungen? Wie hängen Wissenschaftsfreiheit, Faschisierung der Gesellschaft und Klimakrise zusammen? Welche aktivistischen Formen von Einspruch und Protest haben sich innerhalb und außerhalb von Academia herausgebildet und wie werden sie wirksam? Und nicht zuletzt: In welcher Weise sind diese pluralen Aktivismen mediale Ereignisse, die eigene Medien des Aktivismus herausbilden? Über diese drängenden Fragen diskutieren u.a. Julia Bee, Dilan Çelik, Azadeh Ganjeh und Petra Löffler.
tba.
tba.
Organisation: Nicola Przybylka, Monika Weiß, Adrianna Hlukhovych
Was wäre, wenn alle Menschen zu medientheoretisch fundierter Reflexion fähig wären? Wie würden sich Lehr- und Lernkulturen, institutionelle Routinen, Wissensordnungen und individuelles Medienverhalten verändern, wenn alle Lehrenden in Schule, Hochschule und beruflicher Bildung medienwissenschaftlich ausgebildet wären? Was würde das für unser gesellschaftliches Zusammenleben bedeuten? Hätten wir „solidere“, weil reflektiertere, Medienkulturen?
Ausgehend von diesen spekulativen Zukunftsfragen lädt der Workshop zum Austausch darüber ein, was Medienwissenschaft tut oder tun könnte, um derartige „solide“ Medienkulturen zu gestalten. Medienbildung wird hierzu nicht allein als pädagogisches Handlungsfeld, sondern als integraler Bestandteil gesellschaftlicher, kultureller sowie medienwissenschaftlicher Problem- und Forschungsfelder perspektiviert. Es wird erarbeitet, wie sich die AG Medienkultur und Bildung innerhalb der Fachgesellschaft positioniert und ob Schritte notwendig sind, um die Zusammenhänge zwischen Medien und Bildung als medienwissenschaftliches Querschnittsthema sichtbarer zu etablieren. Geplant ist eine Kartierung vorhandener Anknüpfungspunkte an die skizzierten Imaginationen – innerhalb der AG selbst und mit Fokus auf weitere AGs der GfM, in denen bereits medienbildungsrelevante Fragen bearbeitet werden, ohne explizit als solche benannt zu sein. Ziel ist es, produktive Allianzen zu bilden – sowohl, um in die Gesellschaft hineinzuwirken und solidere Medienkulturen zu etablieren, als auch im Sinne der Solidität des Faches.
Methodisch werden Inputs aus der AG zur gemeinsamen Arbeit anregen und in World-Café verschiedene Sichtweisen diskutiert.
Kontakt: sprecherin-ag-mub@listserv.dfn.de
Der Call for Action zur Jahrestagung 2026 ist symptomatisch: Er ist nicht nur Ausdruck einer Reaktion auf den bestehenden Zeitgeist, sondern macht auch den Wunsch nach Solidität und damit einem Kohärenzbegehren explizit, das Teil der Theoriebildung der Medienwissenschaft seit den 1960er Jahren zu sein scheint. Doch was begehren wir, wenn wir nach Solidität streben? Wogegen wird diese Solidität in Stellung gebracht und was wird dabei verdeckt?
Die AG Medienphilosophie möchte den Begriff der Solidität einerseits als philosophische Kategorie befragen, andererseits solide oder solidarische Praktiken genauer betrachten. Die begriffliche Verwandtschaft von Solidität und Solidarität gibt dabei einen wichtigen Hinweis für die Orientierung der Diskussion und möglicher Analysen: Solidität verstehen wir zunächst als das Ganze, das als kompakte, nach innen geschlossene Einheit einer Zentralisierung und Hierarchisierung ihrer Elemente zuneigt und sich damit durch eine gewisse Vertikalität und fehlende Leerstelle auszeichnet. Solidarität hingegen verstehen wir als das Ganze als Kollektiv, das sich erst durch den Akt der Verbindung konstituiert und damit eher einer Dezentralisierung und Enthierarchisierung ihrer Elemente zuneigt, sich somit also durch Horizontalität und Relationalität auszeichnet. Zwar sind beide Begriffe durch die Figur des Ganzen aufeinander bezogen, während aber Solidität eine innere Kohärenz nahe legt, vielleicht gar etwas Heiles und Gesundes, wird das Ganze in der Solidarität nur durch Approximation erreicht. Es bleibt hier also ein Rest an Unintegrierbarem, an Dissens.
Vilém Flussers Gestenbegriff sehen wir dabei als ein hilfreiches Konzept für die Theorie und Praxis der Solidität: Wir verstehen die Geste als Ausdruck einer Bedeutung, die nicht durch ihre kausalen Bedingungen erschöpfend erklärt werden kann. Solidität, so unsere Ausgangsthese, ist in diesem Sinne keine Eigenschaft und kein Zustand, sondern eine Geste innerhalb eines relationalen Geschehens, das erst in der Wechselwirkung von äußerem Druck und nach außen gerichteten Widerstand beschreibbar wird. Wie solide etwas ist, zeigt sich erst unter Druck, im Widerspruch, im Konflikt.
Dabei interessieren uns gleichermaßen die kleinen Gesten der Widerständigkeit (Flyer, Solidaritätsbekundungen, Gespräche) wie die institutionellen Strukturen, in denen sie stattfinden. Das schließt die Institution Medienwissenschaft selbst ein: ihre Abhängigkeit von Bürokratie und Administration, ihre Verstrickung in Wissenschaftssysteme, ihre Versprechen und ihre blinden Flecken.
Bürokratie sehen wir dabei nicht nur als Hemmnis, sondern – mit David Graeber, Rainer Mühlhoff und Lorraine Daston – als ambivalente Widerstandskraft: regelbasiert, träge, mitunter schützend und verlässlich, gegen die Unberechenbarkeit des Bauchgefühls. In Zeiten, in denen autoritäre Strukturen genau diese Regelbasiertheit angreifen, lohnt es sich, das Verhältnis von Solidität, Solidarität und Souveränität, von Beständigkeit, Relationalität und Verstrickung neu zu denken. Was sind die Bedeutungen, die durch solche Gesten der Solidität zum Ausdruck kommen? Und wie lassen sie sich lesbar machen?
Digitale Souveränität als Geste: Zur Rolle der Kunsthochschulen heute
Dr. Johannes Bennke
Digitale Souveränität wird in der europäischen Hochschulpolitik meist als Frage technologischer Kontrolle über Infrastruktur und Daten verstanden, um Abhängigkeiten von externen Dienstleistern zu reduzieren. Kunsthochschulen hingegen begreifen sie eher als Bildungs- und Medienkompetenz im Umgang mit generativer KI in Lehre und Forschung. In meinem Beitrag argumentiere ich, dass beide Rahmungen – Kontrolle und Kompetenz – das Wesentliche verfehlen: Digitale Souveränität muss als Effekt einer medialen Konstellation erst hergestellt werden. Dies diskutiere ich am Beispiel der Kunsthochschulen, die exemplarisch für einen strukturellen Widerspruch stehen: Sie sind experimentellen, kollaborativen und kritischen Praktiken verpflichtet, operieren aber zugleich in Finanzierungs- und Evaluationsregimen, die Wettbewerb und Ergebnisorientierung begünstigen. Digitale Infrastrukturen verstärken diesen Widerspruch eher, als ihn aufzulösen. Ich zeige, wie geteilte Werte, kooperative Infrastrukturen und solidarische Verantwortlichkeiten Institutionen widerstandsfähig machen gegenüber politischem Druck und der Erosion akademischer Freiheit.
Gesten (aus) der Solid(ar)ität
Niklas Fabian Becker
Gesten stellen etwas dar, sie sind »Bewegungen des Körpers, die eine Intention ausdrücken«. Auch wenn es innerhalb ›der Medienwissenschaft‹ wohl konsensfähig ist, dass das Fach, seine Relevanz und Zukunftsfähigkeit von Solidität geprägt – oder kurz: solide – sind, braucht sie einen Körper, der diese Solidität mittels Gesten nach außen wie auch auf sich selbst zurückrichtet. Als institutionalisierter Körper ›der Medienwissenschaft‹ rücken so die GfM, ihre AGs und Mitglieder in die Rolle der ›Gestikulierenden‹. Zugleich kann Solidität in ihrer Relationalität selbst als eine Form der Geste verstanden werden. Der Beitrag versucht sich an einer doppelten Differenzierung: (1) Was wird impliziert, wenn von ›Gesten der Solidität‹ einerseits oder von ›soliden Gesten‹ andererseits die Rede ist? (2) In welchem Verhältnis stehen Solidität und Solidarität hinsichtlich nach außen und auf den ›gestikulierenden Körper‹ selbst zurück gerichteten Gesten? Letztlich sollen Fragen danach gestellt werden, wie Solidität in unserem Fach hergestellt wird, wie diese nach außen getragen – oder (re-)präsentiert – werden kann und welche spezifische Gesten sich zu diesen Zwecken identifizieren lassen.
Performative Solidität als Geste des Widerstands?
Katharina Kücke
Der Call for Action der Jahrestagung ruft zu einer Solidarisierung unter Medienwissenschaftler*innen auf und will diese unter dem Begriff der ‚Solidität‘ vereinen. Es soll darum gehen, sich nach außen hin als solide Gemeinschaft darzustellen – eine performative Geste des Widerstands? Queerfeministische und prozessphilosophische Perspektiven zelebrieren Fluidität und Brüchigkeit, brechen binäre Kategorien auf und erkennen Ungewissheiten an, um daraus Stärke zu ziehen. In Zeiten, in denen es durch Populismus, Polarisierung und Fake-News nur noch ‚Ja‘ und ‚Nein‘ oder ‚Schwarz‘ und ‚weiß‘ zu geben scheint, gilt es, das Denken in Grau-Bereichen positiv zu besetzen. Abbilden lässt sich das jedoch weniger gut, wenn nach schnellen und einfachen Antworten auf komplexe Fragen gesucht wird. Unter Druck solide zu sein bedeutet, weiterhin an komplexem Denken festzuhalten und gerade das als solide zu beschreiben. Solidarisch und vereint – gerade, wenn es darum geht, dass einzelne Teilbereiche mehr unter Beschuss sind als andere.
Subversion durch Verlässlichkeit? Bürokratie und algorithmischer Irrationalismus
Prof. Dr. Markus Rautzenberg
Auch in der Wissenschaft ist es längst zur Gewohnheit geworden, über zunehmende Bürokratisierung zu lamentieren. Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht von Kolleg*innen Beschwerden über irgendeine Art von angeblicher oder realer Behördenwillkür im Zusammenhang mit Universitätsverwaltungen hören kann. Der stetige Aufwuchs der Verwaltung, bei gleichzeitigem Stellenmoratorium allerorts bei wissenschaftlichem Personal, scheint entsprechend die Idee der Universität ad absurdum zu führen. Was aber, wenn es ausgerechnet die Bürokratie ist, die man plötzlich als letzte Bastion eines regelorientierten Zusammenlebens gegenüber dem allenthalben zunehmend herrschenden Irrationalismus verteidigen müsste? Rainer Mühlhoff macht in einem zentralen Beispiel seines Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus genau dieses Argument im Hinblick auf den Einfluss künstlicher Intelligenz geltend und wirft damit die Frage auf, ob es nicht gerade die regelbasierte “Paragraphenreiterei” der Bürokratie ist, die uns davor bewahren kann, mit KI vorschnell aufs falsche Pferd zu setzen.
Organisation: Nils Bühler, Oliver Vettermann, René Lang, Alexander Wagner
Grundlage für eine erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit ist die Kommunikation von Kolleg:innen, Teams und Arbeitsgruppen. Da die Gelegenheiten des persönlichen Austauschs rar sind, fällt die Medienwahl gerne auf althergebrachte Kommunikationsmittel (z. B. Mailinglisten) oder aus Gewohnheit oder Zugänglichkeit auf digitale Plattformen, die gerade in unserer machtkritischen Fachgesellschaft häufig kritisiert werden (z.B. Google-Dienste, Discord, Slack und andere Messenger). Da die auto- und technokratischen Zugriffe auf diese Plattformen nicht mehr zu ignorieren sind, ihre eigentliche Aufgabe aber dennoch nicht unerfüllt bleiben sollte, stellt sich deshalb die Frage: Sind das die richtigen Strukturen für unabhängige Forschung und resiliente Vernetzung?
Von der AG Games und der AG Mediengeschichte mit Unterstützung des Legal Helpdesk von NFDI4Culture organisiert, will dieser Workshop unter dem Stichwort “Souveränität und Solidität für Vernetzungslösungen” AG-übergreifend jene potentiellen Orte der ortsunabhängigen Kommunikation und Kollaboration sammeln, die abseits dieser etablierten Strukturen möglich sind. Wir wollen ergebnisoffen Fragen wie diesen nachgehen: Was funktioniert, was nicht? Welche Kommunikationsbedarfe gibt es digital oder zur lokalen Vernetzung? Welche Alternativen gibt es zu den Angeboten der Tech-Oligarchie? Ob Brieftaube, Telefonlawine oder selbstgehosteter Matrix-Kanal – Eure Erfahrungen und Ideen sind gefragt!
Seit seiner Gründung im Oktober 2020 versucht das Forum Antirassismus Medienwissenschaft (FAM) Rassismus medial, institutionell und historisch in Wissenschaft und Gesellschaft, insbesondere im eigenen Fach, zu analysieren und strukturell zu bekämpfen. An diese Arbeit anschließend produziert das FAM derzeit einen Podcast, der als Werkzeugkasten dienen, kollektive Arbeitsformen ermöglichen und verschiedene Themen wie Beschwerden, Kanonkritik oder multiple Unsicherheitserfahrungen beleuchten soll. Auf der Jahrestagung möchte das FAM Einblicke in Produktionsprozesse sowie Ausschnitte aus der kommenden ersten Staffel vorstellen und über die jeweiligen Themen ins Gespräch kommen. Was braucht es an Wissen für die antirassistische Arbeit an den Universitäten und in unserem Fach? Was gibt es schon an Wissen und wie können Zugänge dazu sowie Sichtbarkeit für dessen Träger*innen geschaffen werden?
DANK IMAGES ist ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk, das sich über methodische Zugänge und theoretische Standpunkte austauscht, um abseitige digitale Bildphänomene zu vermessen.
Ausgehend von den bisherigen zwei Symposien (2021 | 2023 ) sowie dem weiterführenden, seriellen Online-Format DANK TALKS (seit 2024) ist ein interdisziplinärer und zweisprachiger Sammelband entstanden, der Beiträge aus Kunstpädagogik/-vermittlung, Medienwissenschaft und Bezugswissenschaften versammelt, die sich mit den Transformationen digitaler Bildkulturen auseinandersetzen. Das Erscheinen des Sammelbands nehmen wir zum Anlass, um den inhaltlichen Ausgangspunkt im Begriffsfeld dank images einer Inventur zu unterziehen und die damit verbundenen Phänomene vor dem Hintergrund der Herausforderungen einer visuell übercodierten Gegenwart einzuordnen.
Im Zentrum unserer Untersuchungen steht – in Kontinuität zu unseren bisherigen Formaten – das gemeinsame Arbeiten mit und am Material in einem offenen, kollaborativen Experimentierraum. Wir möchten alle Interessierten daher ermutigen, Materialien/Fundstücke/Ideen aller Art einzubringen, die Sie/euch aktuell beschäftigen und die sich für eine gemeinsame Exploration eignen. Wichtig ist dabei nicht die Ausarbeitung oder Präsentation fertiger Ergebnisse, sondern die Bereitschaft, Materialien zu teilen und gemeinsam zu befragen.
Wir laden alle Interessierten herzlich dazu ein, den Rahmen der GfM Jahrestagung für einen offenen Austausch zu nutzen und gemeinsam über die Rolle digitaler Bilder in gegenwärtigen Transformationsprozessen zu diskutieren.
Mehr Informationen: kunst.uni-koeln.de/dankimages
Kontakt: Christina Vollmert, christina.vollmert@uni-koeln.de
tba.
Die Arbeitsgemeinschaft „Medienwissenschaft und politische Theorie“ interessiert sich für Theorien, die sich politisch nennen. In Lesekreisen und Workshops diskutieren wir sowohl Texte dieses Genres, als auch unsere eigenen Fragen und Beiträge zu politischen Themen. Als Medienwissenschaftler*innen sind wir dabei methodisch so ausgebildet, dass wir das Mediale der politischen Theorie mitdenken und befragen.
Die aktuellen AngriIe auf Teilbereiche der Medienwissenschaft – etwa gender, queer, postcolonial oder disability Studies – machen deutlich, dass das Politische unseres Faches nicht bloß Gegenstand theoretischer Reflexion ist. Zugleich zeigt die Vielfalt thematischer Arbeitsgemeinschaften, Foren und Kommissionen innerhalb der GfM, dass politische Fragen längst quer durch das Fach verhandelt werden. Wir möchten unser Panel nutzen, um zu fragen, was das Politische der Medienwissenschaften ist und mit euch ins Gespräch kommen. Welche Rolle spielt politische Theorie für die Medienwissenschaft? Was kann eine AG mit diesem Namen ausrichten? Wie können wir Synergien innerhalb der AG-Landschaft besser nutzen? Brauchen wir vielleicht doch einen Kanon, der die Politiken des Faches abbildet und solide stabilisiert? Welche Rolle spielen unsere Kompetenzen in der ÖIentlichkeit? Wie finden sie Gehör? Ab wann ist politische Theorie überhaupt politische Theorie? Gibt es ein „Außen“ des Politischen?
Wir möchten während der Tagung QR-Codes aushängen, die zu diesen oder ähnlichen Fragen an die Teilnehmenden leiten. Unser Ziel ist, die gesammelten Antworten und Impulse gemeinsam zum Ende der Tagung zu diskutieren. Der Beitrag versteht sich als VernetzungstreIen, Fragen rund um „das Politische“ und „politische Theorie“ innerhalb der Medienwissenschaft und insbesondere der Gesellschaft für Medienwissenschaft zu diskutieren. Wir stellen die AG vor, aber auch als solche in Frage. Denn wenn alles, was im Fach geschieht, irgendwie politisch ist, was ist dann die Aufgabe einer AG, die politische Theorie im Namen trägt?
Beitragende: Malte Stieper/Daniel Neubauer (Rechtswissenschaft, Universität Halle-Wittenberg), Hannes Henke (Rechtswissenschaft, Freie Universität Berlin), Stephan Packard (Medienkulturwissenschaft, Universität zu Köln), Franziska Heller / Franziska Nössig (Medienwissenschaft, Universität Halle-Wittenberg)
Was bedeutet die Pastiche-Schranke für Urheberrecht und Kreativität? Welche Grenzen benötigt unser mediales Handeln im Umgang etwa mit sozialen Netzwerken und KI? Und wie steht es um die Kennzeichnungspflicht von KI?
Mit Fragestellungen wie diesen aus der Medien- und Rechtswissenschaft eröffnen wir eine Diskussionsrunde, auf deren Basis eine neue AG entstehen soll. Die geplante AG Medienrechtskulturen bündelt Forschungsinteressen, die a) die rechtliche Regulierung von Mediengebrauch als Bestandteil der Medienkultur verstehen; b) die medialen Voraussetzungen der Rechtssysteme als Teil der Praktiken und sogar Schlüssel zum Verständnis juridischer Phänomene begreifen und c) die an einer interdisziplinären Schnittstelle zwischen Medien- und Rechtswissenschaft und der wechselseitig wirkenden methodologischen Weiterentwicklung interessiert sind. Dazu gehören Felder wie etwa Praktiken und Konzepte des Urheberrechts und Persönlichkeitsrechts, des Datenschutzes, der Zensur sowie Bedingungen öffentlich-rechtlicher und privater Medienbetriebe ebenso wie die öffentliche und kommunikative Situierung von Gesetzestexten und Urteilsbegründungen, die Medien der juridischen Bürokratie und die medialen Handlungsbedingungen, Subjektpositionen und Routinen für rechtliche Interventionen.
Die AG will einen transkulturell und historisch breiten Gegenstandsbereich von Phänomenen rechtlich regulierter Medienhandlungen und medial geformter Rechtspraktiken in den Blick nehmen. Praxeologische Perspektiven und Diskursanalysen, die rechtliche Formen und Handlungsweisen reflektieren, spielen ebenso eine Rolle wie die dichte Beschreibung der Medienphänomene und medienkulturelle Konzepte, die für das Medienrecht grundlegend sind. Zugleich will die AG das Potenzial medienwissenschaftlicher Beiträge zu Debatten in den Rechtswissenschaften und der öffentlichen Aushandlung von Fragen des Medienrechts und der Medienregulierung ausloten. Aktuelle Ansätze bieten sich beispielsweise in der Problematik digitaler (sexualisierter) Gewalt und insbesondere Deepfakes wie im Fall Fernandes ./. Ulmen, oder der kürzlich konkretisierten Pastiche-Schranke im Urheberrecht.
Alle Interessierten sind herzlich zur gemeinsamen Diskussion – auch der zukünftigen AG-Arbeit – eingeladen.
Kontakt: Franziska Heller (Universität Halle-Wittenberg), franziska.heller@mediennkomm.uni-halle.de
Organisation: Laura Glötter (l.gloetter@zegk.uni-heidelberg.de), Mario Faust-Scalisi (Mario.Faust-Scalisi@uni-bayreuth.de) und Iris Haist (irishaist55@gmail.com)
Die AG Comicforschung muss sich neu finden, sich abgrenzen und annähern an andere comicfokussierte Institutionen – und das kann sie nur mit euch. Im Anschluss an kurze Impulsbeiträge von Laura Glötter, Mario Faust-Scalisi und Iris Haist zu Comics und Solidarität diskutieren wir gemeinsam die Möglichkeiten, wie sich eine AG im Kontext der Medienwissenschaft entwickeln, öffnen und neu profilieren kann, sollte und muss, um weiterhin anschlussfähig und relevant zu bleiben. Denn Comicforschung als ein zentraler Ansatz der Medienwissenschaften muss weiterhin, auch institutionell, im Rahmen der GfM sichtbar und verankert bleiben. Dabei werden gezielt auch neue Stimmen sowie Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen einbezogen. In diesem Rahmen pitchen die Mitglieder des Koordinationsteam das neue Konzept „AG Comicforschung meets …“ in dem Partizipation, Kooperation und Diskurs an erster Stelle stehen und das gezielt Beteiligungsmöglichkeiten auch für neue Akteur*innen im Feld stärkt. Wir diskutieren Fragen wie: Wo können sinnvolle, effiziente und einfach angenehme Synergien erzeugt werden? Das Panel versteht sich als Mini-Think-Tank, bei dem auch dezidiert interdisziplinär neue Wege gefunden werden sollen. Frei nach dem Motto: AG Comicforschung meets … Solidarity!
Bemerkung: Onlineformat (um Barrieren abzubauen), mit Untertitelung
https://eu02web.zoom-x.de/j/63283174374?pwd=WVasCUwbbORCZkuBbqWwKRIvJgc4Q3.1
Meeting-ID: 632 8317 4374
Kenncode: 824418
Organisation & Beitragende: Till Heilmann (Till.Heilmann@ruhr-uni-bochum.de), Laura Niebling (laura.niebling@ur.de), Kevin Pauliks (pauliks@staff.uni-marburg.de), Jana Zündel (jana.zuendel@uni-weimar.de)
In der medienwissenschaftlichen Debatte werden digitale Phänomene oft vorschnell als flüchtig, fluid und instabil charakterisiert. Memes scheinen diesen Eindruck zu bestätigen: Sie tauchen abrupt auf, mutieren in rasanten Iterationszyklen und verschwinden scheinbar spurlos. Doch bei genauerer Betrachtung offenbaren sie eine erstaunliche Solidität: Als strukturierte Zeichensysteme besitzen sie eine hohe relationale Stabilität, überdauern in digitalen Archiven und formen als resiliente Formate langfristig kollektive Wissensbestände. Dies wird unter anderem dadurch beeinflusst, dass sie durch bestimmte Plattformen kuratiert, organisiert und in Bewegung gebracht werden.
Dieses Netzwerktreffen lädt dazu ein, das Phänomen des Memetischen als kulturwissenschaftliche Sonde zu nutzen, um über die Begriffe der Solidität, Materialität, Bewegung und Persistenz im Digitalen neu nachzudenken. Wie stabil sind die infrastrukturellen und algorithmischen Fundamente, die memetische Produktion, Rezeption und Zirkulation überhaupt erst ermöglichen? In welchem Verhältnis stehen die fluide Semantik einzelner Meme-Iterationen und die solide Rigidität ihrer zugrundeliegenden Templates? Und warum sind Memes eigentlich immer auch „images on the move“?
Die Solidität der Medienwissenschaft besteht auch darin, sich immer wieder mit neuen Feldern auseinanderzusetzen und sich von ihnen herausfordern sowie von ihnen erweitern zu lassen, um die Komplexitäten medialer wie vergeschlechtlichter Realitäten theoretisch erfassen und die eigene Wissensproduktion kritisch befragen zu können. Die aktuelle Schwerpunktausgabe der ZfM zu “Trans Media Studies” widmet sich u.a. dieser Aufgabe: Sie zielt neben der Versammlung medienwissenschaftlicher Forschung zu trans* Geschlechtlichkeit und der Erschließung der Trans Studies für die Medienwissenschaft darauf, einen Raum zu schaffen, um Fragen und Forderungen zu explorieren, die beide Felder aneinander stellen können. Welche Resonanzen lassen sich zwischen Medienwissenschaft und Trans Studies finden, z. B. mit Blick auf die Dekonstruktion von Binaritäten oder epistemologische Ansprüche im Zugriff auf Geschlecht? Welche Konfliktlinien, Allianzen und Differenzierungen zwischen Gender, Queer und Trans Media Studies lassen sich aushandeln?
In diesem Panel möchten wir die Ausgabe vorstellen und damit einen Diskursraum für deutschsprachige Trans Media Studies eröffnen. Dazu laden wir die Autor*innen ein, ihre Beiträge jeweils mit kurzen Impulsen vorzustellen, um danach miteinander ins Gespräch kommen zu können und auf das Erscheinen des Heftes anzustoßen.
tba.
Organisation: AK Media Climate Justice
Wir laden alle GfM-Tagungsgäste ein im Anschluss an die Tagung an der energipolitischen Hafenrundfahrt „Gegen den Strom!” teilzunehmen, die von der Hafengruppe Hamburg (https://www.hafengruppe-hamburg.de) organisiert wird (in Kooperation mit dem anti-atom-büro hamburg).
Die Rundfahrt kostet 21 Euro (ermäßigt 18 Euro) und muss von den Teilnehmenden selbst bezahlt werden. Eine Anmeldung ist über die Registrierung zur Tagung möglich. Wegen der begrenzten Plätze, gibt es eine Warteliste. Wir informieren alle rechtzeitig darüber, ob sie einen Platz bekommen haben.
Zur Veranstaltung: „Gegen den Strom!” – Eine energiepolitische Hafenrundfahrt
Der Hamburger Hafen besitzt eine national und international bedeutende energiepolitische Infrastruktur. Seien es Urantransporte, Teile der strategischen Ölreserve, Deutschlands größte Raffinerie für AgroSprit, Deutschlands größter Kohlehafen oder auch das Kohlekraftwerk Moorburg, es gibt viel zu entdecken – wir werden's Euch zeigen.
Abfahrt wird am Anleger Hafentor sein. Dieser befindet sich an der U/S-Station Landungsbrücken. Der Zugang befindet sich links von der Brücke 1. Die Barkasse wird die „Tanja“ sein. Bitte kommt 10
Minuten vor der Abfahrt.
Wo gesellschaftliche Gewissheiten brüchig werden, kommt es auf Wissensformen an, die Komplexität lesbar machen, Urteilskraft schärfen und Debatten offenhalten. Die Medienwissenschaft verfügt über solche Kompetenzen. Sie analysiert mediale Ordnungen, beschreibt technologische und kulturelle Umbrüche, kritisiert Machtverhältnisse und trägt dazu bei, demokratische Öffentlichkeiten differenziert zu verstehen und mitzugestalten.
Unter dem Titel „Solidität“ möchte die Jahrestagung 2026 der Fachgesellschaft für Medienwissenschaft die Stärke und Relevanz des Fachs sichtbar machen: seine analytische Präzision, seine Theoriestärke, seine Kritikfähigkeit, seine gesellschaftliche Wirksamkeit und seine solidarische Praxis. Gerade in Zeiten von geopolitischen Krisen, institutionellen Kürzungswellen und der Einhegung demokratischer Diskursräume durch autoritäre Strukturen gilt es, sich zu vergewissern und nach außen zu vertreten, was die Medienwissenschaft kann und warum sie unverzichtbar ist.
Mit dem Begriff der Solidität möchten wir die institutionellen Strukturen, kooperativen Arbeitsformen, materiellen Voraussetzungen und medienökologischen Zusammenhänge adressieren, die die Medienwissenschaft tragen. Solidität bezeichnet keine Essenz und auch keine Einigkeit, sondern eine Tragfähigkeit, in der Verlässlichkeit, Differenzierung und Handlungsfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen und in Anbetracht unterschiedlicher Positionierungen erhalten bleiben.
Die Tagung verzichtet bewusst auf Einzelvorträge und thematische Panels, um jene kollektiven Arbeitszusammenhänge in den Mittelpunkt zu rücken, in denen die fachliche und institutionelle Solidität der Medienwissenschaft sichtbar wird. Im Zentrum stehen Konstellationen, die das Profil der Fachgesellschaft in besonderer Weise prägen: ihre AGs, Kommissionen, Foren, Gremien und Initiativen. Wir laden alle Mitglieder herzlich ein, sich an der Gestaltung der Jahrestagung zu beteiligen. Dies soll vor allem aus den genannten Arbeitsverbünden heraus passieren. Daher bitten wir alle AGs, Kommissionen, Foren und sonstigen Gruppierungen, uns bis zum 17.04.2026 mitzuteilen, ob sie grundsätzlich mit einem Slot vertreten sein möchten. Die inhaltliche Ausarbeitung und Festlegung auf Format und Inhalt durch die Arbeitsverbünde soll dann bis zum 15.06.2026 erfolgen. Mitglieder der Fachgesellschaft, die (noch) nicht in die bestehenden Arbeitsverbünde integriert sind, können sich ebenfalls gerne mit Gestaltungsideen an uns wenden, damit wir geteilte Interessen identifizieren und Kontakte herstellen können.
Wir freuen uns auf Beiträge, die die Vielfalt, öffentliche Relevanz und solidarische Praxis der Medienwissenschaft sichtbar machen. Weitere Hinweise zum Programm folgen im Mai.
Daten im Überblick
bis 17.04.2026: Interessensbekundungen durch AGs, Kommissionen, Foren etc. für kollaborative Formate an jahrestagung [at] gfmedienwissenschaft.de
bis 15.06.2026: Ausarbeitung der Formate (Titel, Kurz-Abstract, Kontaktperson(en))
bis 31.07.2026: Finalisierung des Programms
30.09.-02.10.2026: Jahrestagung an der HfBK Hamburg