Aktuelles

GfM bleibt bei Kritik zum überarbeiteten Referentenentwurf zur Änderung des WissZeitVG

Am 6. Juni 2023 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen Entwurf zur Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes publiziert. Nach der einhelligen Ablehnung des Eckpunktepapiers zur Novellierung des WissZeitVG vom März 2023 durch Fachgesellschaften, akademische Einrichtungen und Interessensverbände auch seitens der Gesellschaft für Medienwissenschaft (siehe unsere Stellungnahme vom 24. März hier) – war vom BMBF zunächst angekündigt worden, das Gesetz solle noch einmal grundsätzlich in die ‚Montagehalle‘ zurückgeholt und wesentlich überarbeitet werden. Der neue Entwurf und die Distanzierung der Koalitionspartner von seinen Inhalten machen bereits deutlich, dass die Neumontage bisher zu keinem produktiven Ergebnis geführt hat. Die Gesellschaft für Medienwissenschaft hält daher ihre Kritik auch nach Erscheinen des neuen Entwurfs aufrecht. Das Schreiben finden Sie hier.

Aktualisiertes Rechtsgutachten zum Umgang mit audiovisuellen Materialien in Forschung und Lehre

Gemeinsam mit NFDI4Culture, dem Konsortium für Forschungsdaten materieller und immaterieller Kulturgüter sowie dem VHD - Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands hat die GfM eine Aktualisierung des 2015 erschienen Rechtsgutachtens zu urheberrechtlichen Aspekten beim Umgang mit audiovisuellen Materialien in Forschung und Lehre in Auftrag gegeben. Die Studie ist nun unter einer CC-BY Lizenz verfügbar: Zum Gutachten

GfM nimmt Stellung zur Novelle des WissZeitVG

Die Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft hat gemeinsam mit dem Vorstand einen Kommentar zum Eckpunktepapier des BMBF zur geplanten Reform des WissZeitVGs verfasst. Kommission und Vorstand sind bestürzt über die angekündigten Maßnahmen, die entgegen ihrer konstatierten Zielsetzung Planbarkeit und Verbindlichkeit in akademischen Karrierewegen nicht verbessern. Tatsächlich drohen die angekündigten Regelungen insbesondere in den Prädoc- und Postdoc-Phasen eine weitere deutliche Verschlechterung der ohnehin problematischen Lage an. Das Schreiben finden Sie hier.

Handreichung zur Berufbarkeit der Kommission für Gute Arbeit online

Die Handreichung zur Berufbarkeit der "Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft" der GfM ist nun online und kann hier heruntergeladen werden.
Bei der Handreichung handelt es sich um ein Konzeptpapier, das konkrete Leitlinien für die professorale Berufbarkeit im hochschulischen Kontext für das Fach Medienwissenschaft vorlegt. Sie kann und soll auch für andere Berufungskontexte genutzt werden und versteht sich als eine Diskursgrundlage für die Verbesserung der Bedingungen wissenschaftlicher Qualifikation (konkreter im Dokument selbst erläutert). Rückfragen zum Dokument können an die Kommission gerichtet werden: gute-arbeit (at) gfmedienwissenschaft.de.​

GfM nimmt Stellung zum Gutachten der Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) zu Bildung und Digitalisierung

Mitglieder der Foren Bildung und Digitalisierung haben gemeinsam mit dem Vorstand ein Positionspapier zum Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) verfasst. Mehr dazu hier. Zum Hintergrund: Beim Gutachten der SWK handelt es sich um ein wirkmächtiges Dokument, das die Digitalisierung im Bildungssystem mit Handlungsempfehlungen kommentiert (https://www.kmk.org/kmk/staendige-wissenschaftliche-kommission/veroeffentlichungen.html, Dokument vom 19.09.22). Es ist davon auszugehen, dass es zukünftig für den Zusammenhang von Bildung und Digitalisierung für die Kultusministerkonferenz handlungsleitend sein wird. Das nun von der GfM verfasste Papier nimmt Stellung, indem es auf die produktiven Vermögen aus der Medienwissenschaft aufmerksam macht. Die Medienwissenschaften wurden namentlich wie konzeptionell nicht/nur bedingt berücksichtigt. In künftigen Schritten wird die GfM auf das Papier aufmerksam machen und es in die weitere Diskussion zu Themen der Bildung und Digitalisierung einbringen. Weitere zu den Themen interessierte Mitglieder melden sich bei den Foren Bildung und Digitalisierung oder beim Vorstand (oemer.alkin@hs-niederrhein.de). Stand: 12. Januar 2023

GfM-Jahrestagung 2023: Abhängigkeiten

Teaser zur Tagung: hier. Die GfM-Jahrestagung 2023 findet an der Universität Bonn, an der Abteilung "Medienwissenschaft" vom 27. bis zum 30. September 2023 statt: http://gfm2023.de/. Deadline für Einreichungen ist der 31.03.2023. Den Call for Papers finden Sie hier. Mit dem Thema »Abhängigkeiten« werden unterschiedliche Abhängigkeiten von und in Medien wie in der Medienwissenschaft adressiert. Es hebt auf die Rekonstruktion, Reflexion und systematische Kritik medienspezifischer Abhängigkeitsverhältnisse im Kontext komplex differenzierter Gesellschaften ab. Es schließt thematisch an den Exzellenz-Cluster »Beyond Slavery and Freedom: Asymmetrical Dependencies in Pre-Modern Societies« an der Universität Bonn an.

Medien machen abhängig. Lese-, Fernseh-, Computer-, Smartphone-Sucht – suchthafte Abhängigkeit von Medien wird ihren Nutzer:innen immer wieder neu attestiert, verstärkt in jüngeren Diskursen zu Wearables, (Hyper-)Nudging und smarten Technologien. In der Annahme einer technischen Vorrangigkeit wurden solche Abhängigkeiten – etwa bereits in McLuhans prothetischem Verständnis technischer Medien – zu einem neuralgischen Punkt medientheoretischen Denkens.
Heute schaffen privatwirtschaftliche Konzerne, insbesondere die multinationalen Plattformgesellschaften, durch ihre Angebote, Interfaces, Algorithmen, Nutzungsrichtlinien und datenkapitalistischen Strategien Abhängigkeiten für Nutzer:innen. Sie machen Gesellschaften und Kulturen von sich abhängig, indem sie auf die Botschaften, die sie vermitteln, Einfluss nehmen, und sich damit als soziale und kulturelle Bedingungen der Wissens- und Sinnproduktion setzen.

Medien sind abhängig. Ökonomische und politische Zwänge formen institutionelle Rahmenbedingungen, technische Strukturen und kommunikative Inhalte von Medien. Was Medien sind, ist abhängig von ihrer Geschichte. Insbesondere in repressiven politischen Systemen unterliegen Medieninstitutionen und Möglichkeiten der Mediennutzung politischer Regulation und Zensur, die Zugriff nimmt auf mediale Zugänge und Inhalte. Auf Grundlage medienphilosophischer Überlegungen lässt sich die traditionelle Verhältnisbestimmung von Medium und Botschaft wieder umkehren: Denn nicht nur machen die Medien die Botschaft von sich abhängig, sondern im Verhältnis zu ihren Botschaften stehen die Medien ihrerseits in einer Abhängigkeit zu dem, was sie hervorbringen, ausformen und übersetzen.

Medien machen Abhängigkeiten (un-)sichtbar. Nicht erst der politische Dokumentarfilm versteht sich als Mittel der Repräsentation gesellschaftlich marginalisierter Gruppen und als Waffe im Kampf um politische Teilhabe und Macht. Medien fungieren von jeher auch als Werkzeuge des politischen Protests und tragen zur Konstitution von Bewegungen und (Gegen-) Öffentlichkeiten bei. Medien schreiben aber auch kulturelle Stereotype, Mythen und Ideologeme in ihren Technologien, Repräsentationen und Narrativen fort. Sie basieren auf menschlicher Arbeit, kulturellen Vorurteilen, Stereotypen und Machtgefügen, die sie gleichsam zu verdecken versuchen. So tragen Sie dazu bei, Abhängigkeiten zu verschleiern und zu verfestigen.  Medien produzieren und vermitteln Bilder und Töne der Abhängigkeit.

Medienwissenschaft ist abhängig. Medienwissenschaft ist abhängig von den Medien. Sie nutzt Medien, um Medien wissenschaftlich zu beschreiben. Bestimmte medienwissenschaftliche Forschung wurde erst möglich durch Medienentwicklungen (etwa der Videorekorder, Plattform-APIs, digitale Datenbanken und Tools etc.). Der Erfolg von Medienwissenschaft als Fach hängt auch vom Erfolg der „Neuen“ Medien ab: Der Erfolg von Medien erzeugt jenen Reflexionsbedarf, den Medienwissenschaft für sich in Anschlag bringen kann.
Medienwissenschaft ist abhängig von Arbeitsbedingungen: Wie etwa die „Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft“ gezeigt hat, ist die Disziplin institutionell abhängig von prekären Stellensituationen und einem hohen Konkurrenzdruck. Sie ist wie andere Disziplinen abhängig von Drittmitteln und Exzellenzinitiativen, da die Grundausstattung an den Universitäten tendenziell schrumpft. Und sie ist abhängig von ihrer eigenen problematischen Geschichte, die sexistische und eurozentrische Formatierungen mit sich bringt.

Medienwissenschaft macht Abhängigkeiten (un-)sichtbar. Die Medienwissenschaft analysiert die Abhängigkeit der Medien voneinander, die Abhängigkeit der Menschen von den Medien sowie die Abhängigkeit der Medien von den Menschen.  Einmal ist die Gesellschaft von der Technologie abhängig, dann wieder die Technologie von der Gesellschaft.
Medienwissenschaft untersucht Medien der Abhängigkeit: Wer keine gültigen Papiere hat, kann nicht aus einem Land ausreisen, vor ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen fliehen oder einen regulären Arbeitsplatz bekommen. Ohne die richtigen Schlüssel können keine Türen geöffnet werden. Ohne Smartphone können Bankkund:innen nicht auf ihr Konto zugreifen. Ohne Geld ist der Mensch von anderen abhängig.

Medienwissenschaft macht abhängig. Manchmal, weil mensch so sein Geld verdienen muss, und manchmal, weil sie Spaß macht.

 

«Solidarity Classes» für geflüchtete Studierende

Die GfM unterstützt das Vorhaben der "Solidarity Classes" des Arbeitskreises Flucht. Die "Solidarity Classes" sind Lehrveranstaltungen an verschiedenen Hochschulen, die Dozierende aus der Medienwissenschaft für geflüchtete Studierende geöffnet haben und die sich Studierende anrechnen lassen können.
Bitte teilen Sie die Angebote der Classes mit den International Offices an Ihren Hochschulen.
Förderungsinteressierte können sich aktiv mit eigenen Veranstaltungen an den akukraineflucht@gfmedienwissenschaft.de wenden, um die "Solidarity Classes" weiter zu unterstützen.

Das Veranstaltungsangebot und weitere Infos finden Sie hier.

Werbematerialien finden Sie unter https://drive.google.com/drive/folders/12AFGd3vkV7cmLGay1YoZBGwPrWm3VC1T

 

Statement der GfM und der AG Gender/Queer Studies gegen die Umwidmung des Lehrstuhls für Geschlechtergeschichte an der Uni Jena

Der Vorstand und die AG Gender/Queer Studies der Gesellschaft für Medienwissenschaft äußern sich zur Umwidmung des Lehrstuhls für Geschlechtergeschichte an der Universität Jena und fordern dazu auf, eine Lösung zu finden, in der die Etablierung des Lehrstuhls Digital Humanities nicht auf Kosten der Geschlechtergeschichte geschieht. Das Statement findet sich hier.

GfM fordert BMBF auf, Kürzungen zurückzunehmen

Der GfM-Vorstand hat das BMBF mit einem Schreiben aufgefordert, die angekündigten bzw. bereits umgesetzten Etat-Kürzungen im Bereich Wissenschaft zurückzunehmen und die Maßnahmen vehement kritisiert. Das Schreiben des Vorstands können Sie hier nachlesen.

Krieg in der Ukraine. Hilfsprogramme für Wissenschaftler:innen

Der Vorstand der GfM verurteilt die kriegerischen Aggressionen Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste.

Um offizielle Möglichkeiten der Unterstützung für Wissenschaftler:innen aus der Ukraine aufzuzeigen, möchte der Vorstand auf nachfolgende Liste an Hilfs- und Förderprogrammen hinweisen, die von der Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft erarbeitet wurde. Siehe hier